Montage

Hinweise zur Montage und Betriebssicherheit

Montage

Montagearbeiten sollten von dafür qualifiziertem Personal durchführt werden (DIN EN 1591-4).
Hinweis: An ausgekleideten Teilen darf grundsätzlich nicht geschweißt werden, da sonst der Fluorkunststoff zerstört werden kann.

Schutzdeckel

Zum Schutz der Auskleidung vor Schmutz und mechanischen Beeinträchtigungen durch Handhabung und Lagerung und zum Niederhalten der Bördel sind alle Teile mit Schutzdeckel versehen. Diese dürfen erst unmittelbar vor der Montage abgenommen werden!

Dichtungen

Zusätzliche Dichtungen zwischen den PTFE-Dichtflächen sind nicht notwendig, eventuell jedoch bei Übergang z.B. auf Metall, Glas, Keramik, Emaile, ETFE, PVDF, usw. erforderlich.

Verschraubung

Flanschverschraubungen sollten mit einem Drehmomentschlüssel in mehreren Schritten überkreuzt und zum Schluss im Uhrzeigersinn gleichmäßig nach unterer Tabelle angezogen werden.
Auf Grund des Fließverhaltens der Auskleidung sollten die Verschraubungen nach einem Tag erneut nachgezogen werden. Nach dem ersten Temperaturzyklus und Inbetriebnahme empfehlen wir mehrmaliges Nachziehen der Schrauben. Um eine Deformierungen der Dichtflächen durch zu starkes Anziehen der Schrauben bei der Montage zu vermeiden, gelten bei DIN Flanschverschraubungen die folgenden Drehmomente als Richtlinie.
Hinweis: Die Richtwerte der Anzugsdrehmomente gelten nur bei Raumtemperatur!

Anzugsmomente gelten für leicht geölte/ gefettete Schrauben bei Normaltemperatur und sind ausgelegt für leichtes Fließen der Auskleidung, um eine sichere Abdichtung zu erzielen.Weiteres Erhöhen der angegebenen Drehmomente führt nicht zwangsläufig zu einer besseren Abdichtung, sondern kann zu einer Verformung vom Bördel führen.

 

 

Potentialausgleich

Innerhalb und außerhalb der Rohrleitungen kann elektrostatische Aufladung Explosionsgefahren hervorrufen. Zum einen besteht die Gefahr eines elektrischen Schlages bei Berührung und zum anderen die Gefahr der Entzündung einer gegebenenfalls vorhandenen explosionsgefährdeten Atmosphäre außerhalb der Rohrleitung.
Hinweis: Die Vermeidung elektrostatischer Aufladung ist für den jeweils vorliegenden Schutzbereich durch den Anlagenbetreiber
vorgeschrieben.

Ableitfähige Auskleidung

Um eine Aufladung zu vermeiden, empfehlen wir die Rohrleitung elektrisch leitfähig oder elektrisch ableitfähig zu gestalten. Durch Erdung des Systems, mit z.B. Zahnscheiben, Erdungsbolzen, -hülse, -lasche kann die Gefahr der Entladung zum Medium hin verhindert werden.
Hinweis: Zahnscheiben sind nicht für mehrmaligen Ein- und Ausbau geeignet (Verschleiß)

Spritzschutz

Viele Anlagen in der chemischen Industrie werden mit aggressiven Medien betrieben, die nicht in die Umgebung gelangen dürfen. Spritzschutzmanschetten bieten in diesen Fällen optimalen Schutz. Die Flanschverbindungen der zuführenden Rohrleitungen sind deshalb gegen unkontrolliert austretendes Medium zu schützen.

Entlüftungsbohrungen

Mit Ausnahme von Blindflanschen, Reduzierflanschen sowie Distanzstücken Form G haben alle PTFE-Teile Entlüftungsbohrungen mit einem Durchmesser von ca. 3 mm. Diese dienen der Dichtheits-Prüfung nach der Fertigung sowie als Leckage Anzeige im Betrieb. Bei der Montage ist darauf zu achten, dass diese nicht durch Farbe oder Isolation verschlossen werden. Aus Umweltschutzgründen bzw. Vorgaben sonstiger Regelwerke können diese Löcher verschlossen werden. Der Hersteller schließt in diesem Fall eine Gewährleistung für hierdurch entstandene Schäden aus.

Entlüftungshülse/PTFE-Stopfen

Die Edelstahl- Entlüftungshülse wird auf die Entlüftungsbohrung geheftet. Durch sie besteht die Möglichkeit, eine Verlängerung anzubringen für den Fall, dass das Rohr mit einer Isolierung ummantelt wird. Somit kann die Entlüftung weiterhin verwendet werden. Des Weiteren kann bei der Entlüftungshülse ein PTFE-Stopfen mit Gewinde eingedreht werden.

Flanschstopper

Flanschstopper können hinter einem Los-Flansch angebracht werden, um zu verhindern, dass der Los-Flansch sich frei auf dem Rohr oder Formteil bewegen kann.

Druck-Temperaturbeständigkeit von Bauteilen nach DIN 2848 + 2874

Die max. Temperaturbelastbarkeit beträgt 230°C. Die zulässigen Drücke oberhalb 120°C können aus den angegebenen Werten linear abgeleitet werden.

Vakuum-Beständigkeit von PTFE-ausgekleideten Rohren

 

Größer als DN300 auf Anfrage

Die Vakuumbeständigkeit von Formstücken ist teilweise abweichend. Bei Bedarf Hersteller kontaktieren.

 

Allgemeines

PTFE und PFA haben sich für langjährigen Einsatz als Korrosionsschutz bewährt.
Bei elektrisch ableitfähigem Auskleidungsmaterial (schwarz) empfiehlt es sich, Bauteile regelmäßig auf die noch vorhandene Leitfähigkeit zu prüfen.

Bei bestimmten Medien können die ableitfähigen Stoffe herausgelöst werden und die Ableitfähigkeit mit der Zeit abnehmen.
In Abhängigkeit verschiedener Faktoren können Permeation- sowie Absorptionserscheinungen auftreten. Unter der Bezeichnung Permeation versteht man den Mediumtransport durch die Auskleidung hindurch.

Aufgrund der angeführten Effekte empfehlen wir aus Gründen der Betriebssicherheit eine regelmäßige Überprüfung aller Bauteile.
Auf Wunsch können Auskleidungen mit FDA-Zulassung nach CFR177.1550 sowie zugelassenen Pigmenten gefertigt werden. Für die Eignung der von uns gelieferten Bauteile in Bezug auf die geplante Verwendung übernehmen wir keine Verantwortung. Für medizinische Anwendungen sind diese nicht geeignet.

Bei Montage und Betrieb von PTFE-Kompensatoren müssen die entsprechenden Hinweise in unserem Katalog beachtet werden. Bitte beachten Sie die entsprechenden Betriebsdruck-Diagramme der Katalogseiten. Die zulässigen Betriebsdruck-Kurven sind mit steigender Temperatur fallend. Bei Standard-Wanddicken der PTFE-Bälge gelten andere Diagramme als bei dickwandigen Ausführungen.